Chirurgie

Bei uns werden routinemäßig sämtliche weichteilchirurgischen Eingriffe wie Kastrationen, Milzentfernungen, Tumorresektionen, Magendrehungs-, Harnblasen-, Hernienoperationen etc., sowie Knochen- und Gelenksoperationen wie Knochenbrüche, Kniescheibenluxationen, Kreuzbandrisse, Amputationen etc. durchgeführt. Für sämtliche Operationen ist eine Allgemeinanästhesie mit Inhalationsnarkose und adäquater Schmerztherapie unumgänglich.

Alle Operationen werden bei uns nach Möglichkeit ambulant durchgeführt, d.h. Sie können Ihr Tier am Operationstag wieder mit nach Hause nehmen. Bei einigen sehr invasiven Operationen oder kritischen Patienten kann es nötig sein diese noch zur weiteren Überwachung, Untersuchung, Infusion, parenteralen Medikamentenapplikation stationär- intensivmedizinisch zu betreuen, so dass diese Patienten für wenige Tage stationär in der Praxis bleiben müssen.

Kreuzbandriss

Viele Hunde und einige Katzen erleiden im Laufe ihres Lebens einen Kreuzbandriss.

Die Ruptur des vorderen Kreuzbandes ist die häufigste Lahmheitsursache der Hintergliedmaße des Hundes. Die aktuelle Studienlage geht davon aus, dass der Tibiaplateauwinkel (Winkelung der Schienbeingelenkfläche im Kniegelenk), sowie eine Fehlstellung der Gliedmaße maßgeblich zur Ruptur beitragen. In der Folge kommt es zu einer fortschreitenden Degeneration des Kreuzbandes, so dass kleine Bargatelltraumen (wie z.B. der Sprung aus dem Kofferraum oder das Rennen über eine unebene Wiese) zum vollständigen oder partiellen Riss des Bandes führen. Prinzipiell können Hunde aller Rassen, in jedem Lebensalter unabhängig vom Geschlecht erkranken.

Hinweisend für den Riss des vorderen Kreuzbandes ist die fast immer, mehr oder weniger plötzlich auftretende Lahmheit, welche mit Schmerzen, sowie einer vermehrten Kniegelenksfüllung einhergehende Gelenksentzündung.

Das Knie ist in der Folge instabil und bei jedem Schritt gleitet dem Tier der Unterschenkel weg, so dass die Gliedmaße geschont wird (sogenannte „Schubladenbewegung“ im Knie).


Hund (Beagle, 11 Jahre, männlich) mit Kreuzbandriss rechts, Knie in Schubladenstellung

Wir sind unter anderem auf die Behandlung von Kreuzbandrissen bei Hunden und Katzen spezialisiert.

Für die chirurgische Versorgung führen wir zwei unterschiedliche Operationsmethoden durch. Welche Methode bei welchem Tier Anwendung findet wird individuell abhängig vom Alter, Aktivitätsgrad, Größe, Gewicht und evtl. bestehenden Vorerkrankungen ihres Tieres entschieden.

  1. Die TTA (Tibial Tuberosity Advancement) Methode: hierbei wird durch eine nach vorne Verschiebung der Schienbeinleiste die Kniegelenksgeometrie so verändert, dass die Kräfte sich im Kniegelenk neutralisieren. Die Schubladenbewegung wird durch den veränderten Muskelzug der starken Oberschenkelmuskulatur und der Kniegelenksstellung aufgehoben.


    Hund (Bulldogge, 4 Jahre, männlich) mit Kreuzbandriss links, Gelenkserguss


    Hund (Bulldogge, 4 Jahre, männlich), Röntgen post OP nach Versorgung mit TTA- Technik

     

     

  2. Eine Kombination aus zwei Techniken: der lateralen Fadenzügelung (Fabello-tibialer Fadenzügel) nach Flo und der Kapselraffung nach Meutstege. Hierbei wird durch eine spezielle Nahttechnik die Gelenkkapsel gerafft und zur Stabilisierung ein extrakapsulärer synthetischer Fadenzügel zwischen Fabelen (Sesambeinen) und Schienbeinleiste eingebracht. Diese Methode wenden wir häufig bei Katzen und kleinen Hunden an.

Die Gefahr nach einem Kreuzbandriss dieselbe Ruptur auf dem anderen Hinterbein zu erleiden, liegt je nach Studie zwischen 21- 60%.

In den ersten Wochen nach der chirurgischen Versorgung des Kreuzbandrisses bei Ihrem Tier muss dafür gesorgt werden, dass die betroffene Gliedmaße geschont wird damit eine ungestörte Wundheilung stattfinden kann. Zirka 10 Tagen nach der Operation werden die Fäden gezogen. Wie konkret das Trainingsprogramm bei ihrem Tier zu gestalten ist, wird bei der Abholung Ihres Tieres am OP Tag mit Ihnen besprochen.